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Ein Erfahrungsbericht

Das Beispiel einer 40jährigen Patientin aus unserem Therapiehaus zeigt, daß auch ein »hoffnungsloser« Fall nicht für immer an eine Krankheit gefesselt bleiben muß. Durch eine positive Einstellung und ehrliche Mitarbeit am Heilungsprozeß ist immer eine Besserung möglich. Das Wichtigste am Gesundungsprozeß ist jedoch der feste Wille, die Verantwortung für den eigenen Körper wieder im vollen Umfang zu übernehmen.

»Meine Beschwerden: stärkste Schmerzen im ganzen Wirbelsäulenbereich, in den Gelenken, in den Muskeln; Schlaflosigkeit, Unruhe, Depressionen, Herzrhythmusstörungen, schlimme Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schwitzen; Atemnot, Kurzatmigkeit, Hautausschläge, Pilze und vieles mehr. Seit langem durfte mich keiner mehr am Rücken auch nur berühren, das Liegen, Sitzen, Autofahren und Bücken waren äußerst schmerzhaft und kaum mehr möglich.

Bisherige Behandlungen: Injektionen mit immer stärkeren Schmerzmitteln, Psychopharmaka, Psychotherapie. Weitere Behandlungsvorschläge: neuer Psychotherapeut, noch stärkere Schmerzmittel.

Kaum vorstellbar, daß mir jetzt endlich einmal geglaubt wird, daß ich wirklich auch körperliche Beschwerden und Schmerzen habe, die auch physiologisch erklärt werden können.

Die Therapie in Langenargen war hart, oft schwer zu ertragen, herausfordernd. Die Schmerzen wurden zu Anfang erst einmal wesentlich stärker - ohne meine schon gewohnten Schmerzmittel. Doch die vielen Erklärungen, die sichere, ruhige und fröhliche Art im Therapiehaus halfen uns allen sehr schnell, mit diesen neuen extremen Situationen umzugehen.

So konnte ich auch die bisher so ungewohnten Behandlungen wie Schröpfen, Spritzen, Cantharidenpflaster und Blutegel setzen, gut vertragen.

Es gab kein Tabu, kein Thema, über das nicht gesprochen werden durfte - auch keine unpassenden Zeiten für die Behandlung unserer Beschwerden oder auch für Gespräche. Immer war jemand erreichbar - wenn nicht unmittelbar, dann per Telefon.

Nach einer Woche begann ich, mich zum »Essen« - das heißt Löffeln einer Gemüsebrühe - für ein paar Minuten zu setzen, nach weiteren zwei Tagen beherrschte ich den Schneidersitz auf dem Fußboden, um anschließend ohne Mühe wieder hochzukommen! Täglich entdeckte ich Neues, was mir wieder ohne oder mit sehr wenig Schmerz möglich war - eine Entdeckungsreise, an der die Mitpatienten und die Haberkorns freudig Anteil nahmen.

Den ersten Besuch meiner Familie hätte ich am liebsten auf Video festgehalten: Ich konnte mich wieder ohne Schmerzen setzen und sogar einen kleinen Wettlauf mit meinem Sohn machen. Meine Familie blickte mich an wie jemanden vom anderen Stern.

Was ich als ganz große Chance bei dieser Art von Therapie sehe, ist die Herausforderung und Notwendigkeit, sich selbst voll miteinzubringen, mitzuarbeiten - nicht mehr nur, wie gewohnt, Behandlungen über sich ergehen zu lassen. Das Erleben sich selbst geheilt zu haben, ist unersetzbar.«


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